Targabügel und Geräteträger auf Segelschiffen

In diesem umfangreichen Gastbeitrag erfahren Sie mehr über das Nachrüsten eines Geräteträgers auf Segelbooten. Der leidenschaftliche Segler Jörg-O. Graul beschreibt, was es im Vorfeld zu beachten gibt und teilt hilfreiche Tipps aus der Praxis. Dabei geht es speziell um Konstruktion und Planung eines Geräteträgers, verschiedene Ausführungsvarianten und die nachhaltige Unterbringung von Ausrüstungsgegenständen an Bord. 

Im Jahr 2017 fertigten und montierten wir in enger Absprache einen Geräteträger für seine OCEANIS 393. Seitdem setzte sich Herr Graul umfangreich mit dem Thema Bordtechnik auseinander und hat durch seine Langstreckentörns viele Erfahrungen gesammelt.   

 

 

 

ZWEI BEGRIFFE EIN BÜGEL

Bei den Segelschiffen sind zwei Begrifflichkeiten mit dem Wort Targabügel verbunden. Bei neueren Schiffsmodellen wird der vor dem Cockpit befindliche Bügel, als Targabügel bezeichnet. Mit diesem Konstruktionsmerkmal soll laut Hersteller die Führung der Großschot weiter hinten am Baum besser aufgenommen werden. Das Trimmen soll sich einfacher bewerkstelligen lassen und sorgt für ein aufgeräumtes Cockpit, frei von Leinen. Ein einfacher Anbau von Sprayhood, Bimini sowie einer integrierten Cockpitbeleuchtung ist möglich. Dem neuen Trend nach mehr Raum, Komfort, einer einfacheren Bedienung und generell immer größeren Cockpits wird hier mit Hilfe des Targabügels Rechnung getragen.

Des Weiteren wird der hinter dem Cockpit querliegende Bügel ebenfalls als Targabügel bezeichnet. Bei Motor- und Segelschiffen wird im gleichen Zusammenhang auch von einem Geräteträger gesprochen und verdeutlicht dessen Aufgabenbereich bildlicher und besser. Dieser im folgenden Text benannte Geräte- oder auch Hilfsgeräteträger nimmt eine Vielzahl von Geräten sicher auf, um diese bei Bedarf schnell, sicher und nutzbar zugänglich zu machen. Für fast alle Segler ist mit dem Kauf des eigenen Schiffes nicht dessen Endzustand erreicht. Der größte Unterschied zwischen den Seglern besteht wohl in der Anzahl und Dauer der gefahrenen Törns, gefolgt von deren Fahrgebieten.

 

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WÜNSCHE UND BEDÜRFNISSE

Die Bedürfnisse eines Berliner Wannsee Seglers, der es in der Saison vielleicht ein oder sogar zweimal im Monat schafft, sein Schiff zu betreten und einem engagierten Tourensegler in der Nord- und Ostsee, der mehr als 2.500 Seemeilen pro Saison fährt, sind unterschiedlich. Eines haben die meisten Segler jedoch gemein. Die Schiffsausrüstung soll gut, schnell und funktionell zu gebrauchen und einzusetzen sein. Diese Wünsche resultieren oft aus gemachten Erlebnissen während eines langen oder des letzten Urlaubtörns, bei dem man ein Schlauchboot super hätte nutzen können. Wie dies der benachbarte Ankerlieger tat, der schon zwei Tage in der Bucht gelegen hatte und noch weitere Tage bleiben wollte. So wird ein Schlauchboot angeschafft. Im nächsten Jahr wäre es schön gewesen einen Außenborder für das Schlauchboot gehabt zu haben und es wird ein Außenbordmotor gekauft. Jederzeit ist es nun möglich beim Ankern mit dem Schlauchboot an Land zukommen, um einzukaufen oder einen Stadtbummel zu machen. Eine Solaranlage ist eine weitere interessante Investition. Diese könnte den Strombedarf des vor Anker liegenden Schiffes decken und man könnte länger vor Anker liegen bleiben.

DER ANFANG

Bei diesem ersten Schritt geht es um die Festlegung der Art und der Dimensionen des Trägers. Nimmt man einen einfachen vorgefertigten Universalträger und versucht, irgendwie Träger und Schiff zusammen zu bekommen? Zeichnet man selbst eine Konstruktion und lässt diese von einer Fachfirma bauen? Gibt man die Konstruktion und den Bau eines Geräteträgers in die Hände eines erfahrenen Fachbetriebes? Bevor man sich weitere ernsthafte Gedanken über die Konstruktionsmerkmale und Erschaffung des neuen Freund und Helfers namens Geräteträger macht, sollte ein Kundiger das Schiff besichtigen und den individuellen Rahmen abstecken, den das Schiff zulässt. Ein besonderes Augenmerk ist hier auf die Heckkorb- und Relingsaufnahmen sowie deren Gegenlager und Verschraubungsmöglichkeiten zu richten. Die Gesamtlast des Trägers muss vom Schiffsrumpf aufgenommen werden können. Es müssen gegebenenfalls Verstärkungen in die Konstruktion und den Gegenlagern der Aufnahmen eingearbeitet werden. Aus diesen ermittelten Eckdaten lassen sich die nachfolgenden Schritte erarbeiten und füllen den Rahmen der machbaren Möglichkeiten aus. Als Basis und Grundlage für die Konstruktion eines Geräteträgers für ein Schiff, benötigt man maßstabsgerechte Unterlagen, Konstruktionsverweise von der entsprechenden Werft, dem Hersteller. Oder wenn nichts mehr aus diesen Quellen zu beziehen ist, einen Konstruktionsplan des Schiffes der von einem erfahrenen Schiffsbauer oder Schiffbauingenieur angefertigt wurde.

DESIGN UND KONSTRUKTION

Das Design ist für Segler oft ein entscheidendes Kriterium. Praktisch ist gut. Sicher und hilfreich ist besser. Hierbei sollte es immer schiffig aussehen. Um dies zu erreichen, ist es für die Gestaltung des Trägers nötig, in einem ersten Schritt Fotos von dem Schiff zu erstellen. Formatfüllend von der Längsseite sowie der Bug- und Heckansicht. Wer sich mit Bildbearbeitungsprogrammen auskennt, kann die Schiffslinien der entsprechenden Perspektiven herausarbeiten und mit einem maßstabsgerechten Fotokopierer vergrößern.

GERÄTETRÄGER MIT INTEGRIERTEM HECKKORB

Bei dieser zweiten und kostspieligeren Variante wird der Geräteträger zusammen mit einem neuen Heckkorb konstruiert und gebaut. Mit einer neuen Gesamtkonstruktion kann meist eine deutlich höhere Stabilität erzielt werden. Des Weiteren erlaubt diese Kompaktlösung, ein größeres Portfolio von späteren Anbauteilen, Varianten, Möglichkeiten und deren Platzierungen. Im Zuge der Konstruktion eines Heckträgers ist es auch möglich, den oberen Relingdraht der umlaufenden Reling, durch ein stabiles Edelstahlrohr ersetzen zu lassen. Dies würde die Sicherheit an Bord und die Gesamtstabilität weiterhin erhöhen. Ist das Grunddesign des Geräteträgers gefunden und sind seine Abmaße definiert, werden in einem weiteren Schritt diese mit den Gegebenheiten des Schiffes in Einklang gebracht.

 

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ANBAUTEILE FÜR DEN GERÄTETRÄGER - kleine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge

Angelrutenhalter, Ankeraufnahme (Heck), Ankerkettenvorlauf-Kasten, Ankerrolle-Band, Außenborder, Außenborder-Halterung, Belegklampen, Beleuchtung-Hecklicht (Fahrlicht), Bimini, David, Grillhalterung, Heckscheinwerfer, Kranausleger für zum Beispiel den Außenborder, Notboje, Radarantenne, Rettungsinsel, Sitze an den Ecken, Solaranlage, TV-Sat-Antenne, Windgenerator. In dieser Liste sollte man bei jeder der für sich infrage kommender Position eine ungefähre Gewichtsangabe anfügen. Das endliche Gesamtgewicht des Geräteträgers mit all den Ausrüstungsgegenständen ist fundamental wichtig für die Möglichkeiten, die der Geräteträger im Abschluss bieten kann.

Anbau und Ausrüstungsgegenstände

Rettungsinsel und Notboje werden gerne am Heck platziert. Es ist problemlos möglich, für diese beiden Gegenstände eine entsprechende Halterung an den Heckträger fest zu verschrauben oder besser anschweißen zu lassen. Die Tasche mit dem Rettungskragenkit wird meist seitlich, per Laschen und Klettband, an der Reling in Cockpitnähe befestigt.

Heckanker mit Zubehör

Für das Ankern wird zu dem Buganker oft zusätzlich ein Heckanker verwendet, um das Schiff zu stabilisieren. Sehr hilfreich ist es, den Heckanker außen am Heckkorb befestigen zu können, um diesen schnell griffbereit zu haben und ausbringen zu können. Bei felsigem Untergrund ist ein fünf Meter langer Kettenvorlauf sehr empfehlenswert, um die Ankerleine vor Beschädigung zu schützen. Eine Ankergurtbandrolle mit 30 oder 50 Metern Band hat sich weiterhin als praktischer Helfer beim Ankern bewährt. Sehr praxisgerecht ist es, bei der Planung des Geräteträgers mit einem integrierten Heckkorb, für die Ankergurtbandrolle seitlich an dem Heckkorb einen Platz bereit zu halten. Zwischen dem Heckanker und dessen Halterung ist meist noch Platz für einen kleinen offenen Kettenkasten mit Wasserablaufbohrungen am Boden, der den Ankerkettenvorlauf aufnehmen kann.

Belegklampen

An der Anzahl von Belegklampen in unterschiedlichen Größen, an den verschiedensten Stellen des Trägers, sollte man nicht sparen. Diese sind wertvolle Helfer in vielen Situationen. Beachten sollte man hierbei nur, dass man mit den Zugbelastungen nicht zu übermütig wird und die Klampen sowie den Träger nicht überfordert. Der Geräteträger sollte, so praktisch es auch gelegentlich sein mag, nicht als dauerhafter Festmacher für das gesamte Schiff dienen.

Heckkorbsitze

Einer der absoluten Highlights bei einem Geräteträger mit integriertem Heckkorb, ist die Möglichkeit, jeweils an den Ecken einen Sitze zu integrieren. Ob diese nun fest oder klappbar ausgeführt werden, ist nach Platz und den Gegebenheiten des Schiffes im Einzelfall zu entscheiden. Diese leicht erhöhten Plätze mit der Möglichkeit, außen am gesamten Schiff nach vorne Ausschau zu halten und sich dabei seitlich an den Geräteträger anzulehnen und gegebenenfalls festhalten zu können, ist sehr bequem, sicher und bereitet viel Freude.

Schlauchboot

Ein Schlauchboot mitzuführen, nicht nur bei längeren Törns, ist in vielerlei Hinsicht praktisch und hilfreich. Vom ankernden Schiff aus können Besorgungen gemacht werden. Es können für das Schiff zu flache Häfen und Einmündungen befahren und erkundet werden. Hat das Schlauchboot eine Länge von zum Beispiel drei Metern, ist es mühsam, dies immer wieder auf- und abzubauen oder es vor dem nächsten Schlag vielleicht nass stauen zu müssen. Wird das Schlauchboot hinter dem Schiff her gezogen, ist ein Anlegen und Rangieren in kleinen engen Häfen oft umständlich und mühsam.

Ein Davit für das Schlauchboot

Eine einfache Möglichkeit ist es, das Schlauchboot mit einem Davit in der Gesamtheit hochzuheben, festzumachen und die Fahrt dann fortzusetzen. Der bei Motorschiffen oft verwendete zweigeteilte Davit, bei diesem sich an Steuerbord und Backbord (rechts und links) am Heck des Schiffes ein L-förmiger Ausleger befindet, ist bei den meisten kleineren Segelschiffen konstruktiv nicht möglich oder sinnvoll. Eine interessante Alternative ist es, parallel hinter dem Geräteträgerbügel, einen weiteren, ganzheitlich klappbaren Bügel als Davit zu planen, der mittels eines Flaschenzuges kontrolliert abgelassen werden kann. Das Schlauchboot ist gegebenenfalls mit einem weiteren Flaschenzug so leicht abzusetzen und wieder aufzunehmen. Sollte sich eine Rettungsinsel am Heckträger befinden ist bei der Platzierung des Schlauchbootes immer darauf zu achten, dass diese nicht verbaut oder in deren Funktion beeinträchtigt wird.

Sicherer Halt für das Schlauchboot

Je nach der Länge und der Wetterlage des nächsten Törns, muss das Schlauchboot gegebenenfalls nach dem Aufholen über kreuz am Schiff festgemacht und gesichert werden. Dies verhindert das seitliche Verschieben des Schlauchbootes bei Krängung des Schiffes.

Außenborder und Halterung

Hat man ein Schlauchboot, wird meist zeitnah ein Außenbordmotor hierzu angeschafft. Auch dieser wird meist achterlich am Heckkorb, seltener seitlich, befestigt. Sind Geräteträger und Heckkorb eine Einheit, bietet dies eine deutlich höhere Stabilität und Tragfähigkeit für die anzubringenden schwereren Teile, wie einen Außenborder. Die Halterung für den Motor sollte fest mit dem Heckkorb verschweißt werden.

Kranausleger

Eine einfache, praktische und gute Möglichkeit, den Außenborder sicher und komfortabel von dessen Halterung zum Schlauchboot zu befördern. Mit etwas Übung ist die gesamte Prozedur von einer Person ausführbar.

Solarpanele

Der Träger bietet sich förmlich für die Aufnahme von zwei oder mehreren Solarpanelen auf seinem Top an. Hierbei muss im Vorfeld eine Entscheidung getroffen werden. Sollen die Solarpanele fest, kippbar über eine oder zwei Achsen, nach der Sonne dreh- und ausrichtbar, befestigt werden? Eine starre, feste Aufnahme bereitet die geringsten Probleme und ist für den Großteil des Tages richtig positioniert.

Windgenerator

Es ist ratsam, sich zumindest eine Grundplatte für die Aufnahme eines Windgenerators an den Träger anschweißen zu lassen. Auch wenn man diesen momentan nicht in der Planung hat. Für eine spätere Nachrüstung ist ein deutlich höherer Aufwand nötig. Auf diese Grundplatte könnte bei Bedarf auch eine Satelliten-TV Antenne montiert werden, wenn dies das Gewicht hergibt und eine Abschattung der Solarpanele möglichst vermieden werden kann. Auch hier würde eine entsprechend gefertigte Aufnahme mit der Grundplatte verschraubt werden können.

Positionslicht am Heck

Befindet sich das Hecklicht im unteren Spiegelbereich des Schiffes, kann durch ein am Davit hängendes Schlauchboot dieses verdeckt werden. Ist keine Dreifaltigkeit, eine Dreifarben Laterne am Masttop, vorhanden, sollte eine Aufnahme für ein Hecklicht mittig an der oberen Quertraverse des Trägers mit eingeplant werden. Dies ist eine gute Gelegenheit, sich für eine meist kleinere, stromsparende LED-Variante zu entscheiden.

Heckscheinwerfer

Ein weiteres hilfreiches Zubehörteil, welches in der Planung berücksichtigt werden kann, ist ein zusätzlicher, schaltbarer LED-Heckscheinwerfer. Bei nächtlichen Anlegemanövern oder als Begrüßungslicht ist dieser hilfreich und angenehm, wenn man im Dunkeln mit dem Beiboot wieder zum ankernden Schiff kommt.Bimini Hier sind nicht die Inselgruppe und ein Distrikt der Bahamas gemeint, sondern eine klappbare und umlegbare Verdeckversion zum Schutz vor Sonne oder Regen. Auch diese kann in oder besser an den Geräteträger integriert werden.Elektrik, VDE und der Germanische Lloyd / DNV GL An der Unterseite des Geräteträgers werden entsprechend große Bohrungen angebracht. Durch diese können die im Geräteträger innen laufenden elektrischen Zuleitungen für die entsprechenden Verbraucher nach außen geführt werden. An der gesamten über und in dem Geräteträger verlaufenden Elektrik sollten sich nur Kundige ausleben. Es müssen die Vorschriften und Zulassungen, unter anderem vom Germanischen Lloyd und dessen Rechtsnachfolger, der DNV GL sowie der VDE eingehalten werden. Es müssen Kabelmindestdurchmesser, Absicherungen, Notabschaltungen, Integration des vorhandenen Blitzschutzes, etc. beachtet werden. Alle Elektro- und Kabelverbindungen, Schalter, Bauteile und Führungen sollten eine Zulassung für die Verwendung auf Schiffen im Salzwasser aufweisen können. Hilfreiche Fachliteratur und Ratgeber für diese und andere Fragen sind im Palstekverlag erschienen: Palstek »Theorie und Praxis der Bordelektrik« ISBN 978-3-7688-0913-9 Palstek »Elektrik auf Yachten« ISBN 978-3-931617-32-5Weight and Balance Der Weight and Balance Berechnung, dies ist die Berechnung vom Gewichtsschwerpunkt und dessen Lage, unter der Einbeziehung von der Längs- und Querachse des Schiffes, sollte man einen Augenblick seiner Zeit widmen.

 

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ELEKTRIK, VDE UND DER GERMANISCHE LLOYD/ DNV GL

An der Unterseite des Geräteträgers werden entsprechend große Bohrungen angebracht. Durch diese können die im Geräteträger innen laufenden elektrischen Zuleitungen für die entsprechenden Verbraucher nach außen geführt werden. An der gesamten über und in dem Geräteträger verlaufenden Elektrik sollten sich nur Kundige ausleben. Es müssen die Vorschriften und Zulassungen, unter anderem vom Germanischen Lloyd und dessen Rechtsnachfolger, der DNV GL sowie der VDE eingehalten werden. Es müssen Kabelmindestdurchmesser, Absicherungen, Notabschaltungen, Integration des vorhandenen Blitzschutzes, etc. beachtet werden. Alle Elektro- und Kabelverbindungen, Schalter, Bauteile und Führungen sollten eine Zulassung für die Verwendung auf Schiffen im Salzwasser aufweisen können. Hilfreiche Fachliteratur und Ratgeber für diese und andere Fragen sind im Palstekverlag erschienen:
Palstek »Theorie und Praxis der Bordelektrik« ISBN 978-3-7688-0913-9
Palstek »Elektrik auf Yachten« ISBN 978-3-931617-32-5

WEIGHT AND BALANCE

Der Weight and Balance Berechnung, dies ist die Berechnung vom Gewichtsschwerpunkt und dessen Lage, unter der Einbeziehung von der Längs- und Querachse des Schiffes, sollte man einen Augenblick seiner Zeit widmen.

MATERIAL

Es sollte ein Rohr aus dem Werkstoff V4A 1.4404 (X2CrNiMo17-12-2), AISI 316L, Verwendung finden. Dieser Werkstoff aus einer: Chrom, Nickel und Molybdän Legierung, ist ein authentischer, rostfreier Stahl für mechanische Komponenten mit erhöhten Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit. Der Rohrdurchmesser des Geräteträgers sollte größer gewählt werden als die des Heckkorbes oder der vorhandenen Reling, um ein schiffiges Aussehen zu erreichen. Die Wandstärke des Edelstahlrohres sollte nicht zu dünn gewählt werden, da diese für die Gesamtstabilität maßgeblich ist. Die in diesem Artikel abgebildete Rohrdimension des Geräteträgers ist 42,4 x 2 Millimeter.

 

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GEWICHT DES GERÄTETRÄGERS

Das Gewicht des in diesem Artikel beschrieben Geräteträger beträgt zirka 35 Kilogramm, mit allen Anbauvarianten ohne die aufzunehmenden Ausrüstungsgegenstände wie Anker, Außenbordmotor etc.

KOSTEN

Die Preise für einen Geräteträger beginnen bei dem Zubehör- und Versandhandel bei ca. fünfhundert Euro. Je nach der Größe des Schiffes und den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen des Schiffseigners, sind bei individuell geplanten und gebauten Geräteträgern die möglichen Kosten nach oben offen. Der in diesem Artikel beschriebene Geräteträger, mit allem beschriebenen Varianten und Ausführungen, ohne die aufzunehmenden Ausrüstungsgegenständen, für eine 40 Fuß Segelyacht, ist in dem Preisbereich von ca. 6.000 Euro angesiedelt.

FAZIT

Ein Geräteträger bietet viele Möglichkeiten der Zwischenlagerung von Festmachern, Enden und Fendern bei Anlege- und Ablegemanövern. Eine nass gewordene Festmacherleine trocknet im Luftstrom am Träger festgemacht um ein vielfaches schneller als in der Backskiste. Das Cockpit wird frei gehalten und trägt so zur Sicherheit an Bord bei. Der Träger kann viele Dinge aufnehmen. Zahlreichen Anbauten wie: Angelrutenhalter, Außenborder, Ankeraufnahme (Heck), Ankerkettenvorlauf-Kasten, Ankerrolle-Band, Außenborder-Halterung, Belegklampen, Beleuchtung-Hecklicht (Fahrlicht), Bimini, Davit, Grillhalterung, Heckscheinwerfer, Kranausleger für z. B. Außenborder, Notboje, Rettungsinsel, Sitze an den Ecken, Solaranlage, Windgenerator sind möglich. Beachten sollte man hierbei, eine ausgewogene Gewichtsbalance des Schiffes beizubehalten. Bei der Fertigung durch eine Fachfirma ist die Kommunikation in der Konstruktions- und Fertigungsphase zwischen Eigner und Fachbetrieb sehr wichtig, um ein optimales Ergebnis dieser Sonderanfertigung zu erreichen.

 

Über den Autor:

Jörg-O. Graul ist neben seiner Leidenschaft für den Wassersport als freier Journalist aktiv (city-journalist.de). Zusammen mit seiner Frau macht er regelmäßig Törns und kleine Reisen auf dem gemeinsamen Schiff SY Bruty. Die Beiden teilen ihre Segelerlebnisse im eigenen Blog und veröffentlichen regelmäßig neue Videos auf Youtube. Es lohnt sich auf jeden Fall hier mal vorbei zu schauen!

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Hinweis/ Disclaimer
Text: © City-Journalist/Joerg-Olrik Graul Alle Rechte vorbehalten. Vervielfaeltigung auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung von Joerg-Olrik Graul / City-Journalist, Oberhofer Weg 58c, 12209 Berlin, Telefon: +493075569342, Mail:redaktion@city-journalist.de

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