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Grundsätzliches zum Mastlegen und -stellen auf Segelbooten

Eine kurze Einführung in das Thema Mastlegen - ohne fremde Hilfe,  bequem und sicher ...

 

Schon seit Beginn des Wandersegelns wurden in den Berliner und Märkischen Gewässern, in denen wir u.a. auch zu Hause sind, die verschiedensten Arten von Mastlegevorrichtungen entwickelt. Meist haben sich einige Freizeitkapitäne zusammengetan und diese dann privat gefertigt und montiert. Auch einige unserer Mitarbeiter beschäftigten sich seit den achtziger Jahren mit diesem Thema und haben somit wertvolle Erfahrungen gesammelt die sie in unsere tägliche Arbeit einbringen können. Heute, nachdem wir inzwischen seit mehr als 20 Jahren für den Wassersport tätig sind, haben wir mit professionellen Mitteln unsere Mastlegevorrichtungen Stück für Stück weiterentwickelt. Mittlerweile gehören die Haase-Mastlegevorrichtungen zu den Führenden. Mastlegevorrichtungen werden unter anderem in Segelrevieren benötigt, die durch Brücken, Schleusen oder Freileitungen voneinander getrennt sind. Für Segelboote mit einer Mastlänge von ca. 7 – 14 m ist die Installation einer solchen Anlage sinnvoll um weitere Fahrtenbereiche erobern zu können und nicht auf einem Revier "eingesperrt" zu bleiben. Weiterhin kann die körperliche Verfassung ein Entscheidungskriterium sein, sich eine Mastlegevorrichtung anzuschaffen. Aber nicht nur für den alljährlichen Urlaubstörn ist eine solche Vorrichtung an Bord sinnvoll, sondern auch für das jährliche Mastkranen zum Saisonauftakt und –ende kann sich eine MLV durchaus rechnen.

 

Benötige ich denn überhaupt eine Mastlegevorrichtung ?

Um zu entscheiden, ob die Anschaffung einer Mastlegevorrichtung sinnvoll ist und welche Ausführung das Optimale für Ihre Gegebenheiten ist, müssen Sie sich zuerst selbst einige Fragen beantworten:


- Wie oft möchte ich Mastlegemanöver durchführen?
- Bewältige ich die erforderlichen Manöver mit meinen Kräften und Mitteln ?
- Welches Fahrtengebiet bereise ich häufig ?
- Kann ich mir mit einer Mastlegevorrichtung ein neues Fahrtengebiet erschließen ?
- Ist die Anschaffung einer MLV perspektivisch finanziell günstiger als das Mastkranen?
- Ist mir die Unabhängigkeit von fremder Hilfe und  "Öffnungszeiten" des Mastkranes wichtig?

Danach müsste Klarheit über technische Details Ihrer Yacht geschaffen werden, unter anderem:

Bootstyp - Mastlänge - Freibordhöhe - Art des Vorstages - Mastfußhöhe über Wasserlinie
Bei vielen Serienyachten liegen uns diese Infos vor, doch gibt es zahlreiche Eigenbauten, Änderungen und soo... viele unterschiedliche Boote, Schiffe, Yachten, Eignerwünsche, ... !

Jetzt können wir mit Hilfe hrer Angaben die optimale Variante finden und Ihnen Lösungsvorschläge unterbreiten. Soll es eine sehr komfortable oder eine einfache MLV sein ... ? Wir beraten Sie telefonisch, kommen an Bord, senden Ihnen entsprechende Unterlagen zu oder Sie kommen einfach in unsere neu errichtete Betriebsstätte in Dahlwitz-Hoppegarten, direkt an der Stadtgrenze zu Berlin.

Das  Wirkprinzip

... ist immer dasselbe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über einen Hebelarm (2) wirkt eine aufrichtende Zugkraft(1) auf den Mast. Die Zugkraft wird im allgemeinen mittels Talje und Körperkraft aufgebracht. Als Hebel dienen Toter Mann oder Jütt. Das Bindeglied zwischen Talje/ Jütt und Mast ist das Vorstag oder ein Fall. Die drehbare Lagerung des Mastes wird durch Mastbolzen und Maststuhl (3) gewährleistet. Die Führungswanten (4) verhindern das gefährliche seitliche Auspendeln des Mastes beim Legen und Stellen. Die achterliche Lagerung des gelegten Mastes übernimmt die Maststütze (5).

Zugkraft

Der Einsatz eines Flaschenzuges beim Legen und Stellen des Mastes ist die am häufigsten angewandte Technik, um die benötigte Zugkraft aufzubringen. Bei größeren Yachten wird ein speziell von uns entwickeltes Taljensystem eingesetzt oder aber der Zug wird mit einer Drahtseilwinde (elektrisch oder mechanisch) realisiert. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, wenn mit der Talje gearbeitet wird, zur Zugunterstützung das Ende der Talje über das Ankerspill bzw. über eine Schotwinsch zu führen.

 

Hebelarm


Der  zum Mastlegen  erforderliche Hebelarm  wird bei kleineren Booten meist durch einen “Toten Mann“ (eine Rohrkonstruktion die am Mastfuß befestigt wird) realisiert. Ob ein Toter Mann oder eine “Jüttgabel” (V-förmige Rohrkonstruktion) montiert  wird , hängt von verschiedenen technischen Faktoren ab. Dazu zählen hauptsächlich : Decksform, Deckssprung, Süllrandform, Position und Art von Ankerkasten und der Beschläge im Bugbereich, Art und Anschlagpunkt des  Vorstages  oder der Rollfockanlage, Ankerbeschläge ... Natürlich, und das sollte nicht  zuletzt stehen, spielen auch die persönlichen Wünsche  des Yachteigners  eine große Rolle.


Durch den "Aufbau" vor dem Mast wird bei der Dehlya 22 der Tote Mann nicht direkt an Deck sondern am Maststuhl befestigt.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei größeren Mastlegevorrichtungen werden meist Jüttgabeln eingesetzt weil diese gegenüber dem Toten Mann eine bessere Geometrie zur Kraftverteilung besitzen. Wir haben jedoch auch schon 29-Fuß-Schiffe mit einem Toten Mann  ausgerüstet.


Ab einer gewissen Schiffsgröße (ca. ab 31 Fuß) versuchen wir den uns auf dem Deck zur Verfügung stehenden Platz möglichst optimal auszunutzen, um die  Jüttschenkel so lang wie möglich gestalten zu können. Dadurch erreichen wir, dass die Hebelwirkung der Jütt größer und die Krafteinleitung in Deck und Maststuhl kleiner werden. Dennoch sind die Jüttschenkel nie länger als der Abstand vom Vorstag bis querab zum Maststuhl.

Die  langen Jüttschenkel und das relativ hohe Freibord haben zur Folge, dass nach dem Mastlegen die Jütt so hoch steht, dass ein Passieren von Brücken so nicht mehr möglich ist. Deshalb können wir eine spezielle Vorrichtungen montieren, mit der es möglich ist das Vorstag künstlich zu verlängern. Durch diese einfach zu erzeugende Verlängerung werden die Jütt  und auch das Vorstag langsam abgesenkt. Jetzt sind auch niedrige Brückendurchfahrtshöhen passierbar. Einige andere Lösungen zum Absenken der Jütt können wir ihnen anbieten. Beispielsweise eine Vorrichtung die nicht nur Jütt und Vorstag absenkt, sondern gleichzeitig den Mast nach vorn rollt (von Vorteil bei sehr schweren Masten).

 

 

Maststuhl

Der Maststuhl wird von uns in Abhängigkeit von Bootsgröße und Mastprofil hergestellt. Wir fertigen keine klobigen Standardteile. So sind bei kleineren Booten leichte und in der Bauform elegante Maststühle herstellbar, aber auch sehr stabile für größere Yachten. Wir fertigen auf Wunsch auch sehr hohe Maststühle mit direktem Anschlagpunkt für den Großbaum.  Dieser muss dann beim Mastlegen nicht demontiert werden.

Dabei muss aber beachtet werden:

Beim Mastlegemanöver tritt eine  nach vorn gerichtete waagerechte Kraftkomponente auf.  Es wirkt ein  Drehmoment, das neben dem Mastgewicht, durch die  Höhe des Mastdrehpunktes über Deck bestimmt wird. Aus diesem Grund muss bei  Maststühlen mit hohem Drehpunkt  unbedingt  geprüft werden, ob das Kajütdach die auftretenden Kräfte aufnehmen kann. Bei stabil gebauten Yachten kann der Maststuhl auch nach achtern abgespannt werden.

An dieser Stelle sei bemerkt, dass sämtliche von uns  gefertigte und  montierte Maststühle der Festigkeit des Bootes, der Masse des Mastprofils und der Größe der Segelfläche angepasst sind. Weiterhin müssen bei der Konstruktion und Auswahl der Maststühle die Gegebenheiten an Deck, wie z.B. Sprayhood, Schot-, Fallen-,  Kabel- und Niederholerführung beachtet werden. Selbstverständlich bilden alle Komponenten unserer Mastlegevorrichtungen ein aufeinander abgestimmtes System. Der Trimm ihrer Takelage wird durch unsere Vorrichtungen nicht geändert.

 

Führungswanten
 

Das Pendeln des Mastes in Querschiffsrichtung, welches neben Beschädigungen an Mast und Boot  auch die Gesundheit der Besatzung gefährden kann, wird  durch die Führungswanten verhindert.  Diese müssen im Drehpunkt des Mastes angreifen, um beim Legen des Mastes immer gleichmäßig gespannt zu bleiben. Um den Drehpunkt in die richtige Höhe zu bringen, ist bei vielen Booten das Anbringen von Bügeln oder Stützen notwendig. Da moderne Schiffe immer leichter gebaut werden, wird es immer schwieriger, beispielsweise im Kajütdach Bereiche zu finden, die ausreichend stabil sind, um an ihnen Führungswantenbügel installieren zu können. Deshalb sind wir bestrebt, die Bügel oder Stützen so weit wie möglich nach außen auf das Laufdeck zu setzen. Hierdurch entstehen mehrere Vorteile:    

    Im Bereich der Verbindung von Deck- Rumpf existiert ein sehr hohes Festigkeitspotential.
    Die Führungswanten greifen sehr weit außen an, so dass der Winkel zwischen Mast und Wanten weitaus größer und damit wirksamer ist als bei Bügeln, die auf dem Kajütdach montiert werden.
    Die Stützen integrieren sich optisch gut in den Seezaun.

Des weiteren ist es möglich, die Führungswanten mit den dazugehörigen Stützen demontierbar zu fertigen. Somit ist unser zusätzliches Führungswantenpaar nur dann am Mast, wenn es gebraucht wird. Andere, einfache und preiswerte aber im Handling etwas aufwendigere Möglichkeiten der Führung des Mastes sind möglich.

 

Maststütze achtern

Die achterliche Lagerung des gelegten Mastes übernimmt die Maststütze. Die überwiegend aus Edelstahlrohr gefertigten Stützen können in verschiedenen Bauformen und unterschiedlichen Befestigungsarten geliefert werden. Um die Stützen platzsparend an Bord verstauen zu können, werden diese meist teilbar hergestellt. Als schonende Auflage für den Mast dient eine Rolle aus Polyurethan. Unsere Maststützen  werden mit  Absturzsicherungen versehen. Sie verhindern, dass der Mast bei Wellengang seitlich von der Rolle rutscht.
Wenn der Mast gelegt ist, steht er in der Regel weit nach achtern über. Es besteht die Gefahr, dass beim Manövrieren in der Schleuse oder an unübersichtlichen Stellen der Masttop oder die darauf montierten Gerätschaften beschädigt. Aus diesem Grund sollte der Mast nach vorn geschoben werden. Im Bereich der Saling muss der Mast über die Absturzsicherungen der Maststütze gehoben werden. Dies ist je nach Mastlänge ein mühsames Unterfangen. Um dies zu umgehen bieten wir Maststützen mit wegklappbaren Abstursicherungen an.

 

 

 

 

 

 

Maststütze Mitte

Weiterhin liefern wir Maststützen,  welche z.B. im Maststuhl aufgenommen werden können. Diese dienen bei größeren Masten oder für das Winterlager als zusätzliche mittlere Mastauflage.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maststütze vorn

Als Auflage vorn bieten wir eine zusätzliche Maststütze an. Diese dient als vorderes Auflager für den Mast bei nach vorn verlagertem Mast (z.B. vor längerer Fahrt oder im Winterlager). Diese Maststützen werden meist auf dem Bugkorb montiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Druckversion - Stand 2010