Halterung für Solarpaneel, Radar, Windgenerator und Antennen - all in one ?

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen Möglichkeiten und smarte Lösungen für die Unterbringung von moderner Bordtechnik aufzeigen. Heutzutage gehören Radar, Windgenerator, Solarpaneel und Antennen schon beinahe zur Standardausrüstung eines jeden Langstrecken- und Blauwasserseglers. Auch im Fahrtensegeln wird zunehmend Wert auf Komfort und zusätzliche Sicherheit gelegt. Doch unabhängig von Schiffsgröße steht jeder Segler, der mit dem Gedanken der Anschaffung solcher Technik spielt, vor dem gleichen Problem: Wohin damit?

Der Geräteträger – eine (Doppel-)Rohrkonstruktion am Heck des Schiffes - lässt auf eine vielversprechende, aber kostspielige Lösung schließen. Daher betrachten wir vorerst Vor- und Nachteile eines Eigenbaus, bevor wir einige Alternativen aufzeigen.

 

GERÄTETRÄGER - SELBER BAUEN ODER ANFERTIGEN LASSEN

In Anlehnung an den Artikel der „Yacht“ (‘Ausrüstung clever montieren: Geräteträger und Halterungen‘) diskutieren wir zuerst die Vor- und Nachteile eines Geräteträgers aus Edelstahl V4A für Boote in Eigenbau. Denn warum viel Geld für eine Fremdfertigung ausgeben, wenn man es viel günstiger haben kann, oder? Zugegebenermaßen ist die Frage ein wenig plakativ formuliert, da wir selbst Hersteller von Yachtbeschlägen sind und unter anderem auch Geräteträger anfertigen. Dennoch versuchen wir hier das Thema mit angemessener Objektivität zu betrachten und Ihnen ein paar hilfreiche Tipps mit auf den Weg zu geben, die Ihnen helfen werden, die beste Lösung für Ihr Schiff zu finden.

1. BESCHAFFENHEIT & STABILITÄT

Im o.g. Artikel der Yacht wird ein Eigenbau vorgeschlagen, welcher ohne Rohrbiege-, Schweiß- und Bohrarbeiten zu realisieren ist. Es sind demnach weder Fachkenntnisse noch spezielles Werkzeug notwendig. Der „Selfmade“- Geräteträger wird aus V4A Rohr Ø25 mm und passenden Rohrendstücken und -beschlägen an die Heckreling montiert und am Spiegel abgestagt. Von dieser in sich einfachsten Konstruktion eines selbst gebauten Gerätebügels wird folgend ausgegangen.

+ bei günstigen baulichen Voraussetzungen an Bord, sind für die Grundkonstruktion keine Bohrungen im Deck notwendig (Verkabelungen nicht berücksichtigt) 
hoch wetterbeständige V4A Konstruktion auch ohne Schweißnähte oder Biegearbeiten möglich
benötigte Bauteile in jedem Fachhandel zu erwerben

- Jede gesteckte bzw. geschraubte Verbindung ist anfällig für Vibrationen z.B. durch Wellenschlag
- Materialverschleiß an Steckverbindungen
- auch minimaler Spielraum an Verbindungsstellen sorgt für Bewegung in der Gesamtkonstruktion (evtl. auch akustisch)

Die auf den Geräteträger wirkenden Kräfte bei Wellengang und Lage des Bootes sollten nicht unterschätzt werden. Hier kommt es natürlich auf das Gewicht der verbauten Technik auf dem Bügel an.

2. FLEXIBILITÄT

verhältnismäßig schnelle Montage und Demontage des Rohrbügels
auch bei Anpassung auf neue Gegebenheiten an Bord keine „Schäden“ in Deck und/ oder Beschlägen

Wenn der Geräteträger kein dauerhafter Bestandteil Ihres Bootes sein soll, sondern nur für eine bestimmte Fahrt gedacht ist, bewährt sich eine abnehmbare Konstruktion. Zu bedenken ist hier, dass für die Verkabelung der untergebrachten Technik trotzdem Durchlässe im Deck benötigt werden.

3. SICHERHEIT

hohe technische Standards an Bord auch zu verhältnismäßig geringen Kosten umsetzbar

- regelmäßige Überprüfung aller Verbindungselemente des Trägers notwendig, um Auseinanderfallen der Konstruktion und/ oder Verlust von Technik zu verhindern 
die meisten Standardteile, welche für die Rohrkonstruktion notwendig sind, gibt es nur bis 25 mm Rohrdurchmesser

Beim Thema Sicherheit steht wohl die Frage im Mittelpunkt, welche Strecken auf dem Plan stehen und wie viel Zeit Sie auf dem Schiff verbringen möchten. Ob nun eine mehrmonatige Reise über offene See oder ein Törn auf dem Bodden: Jedes Problem auf dem Wasser ist ein Problem zu viel.

4. OPTIK & ÄSTHETIK

- recht kantige Konstruktion durch die 90-Grad-Verbinder, kein "fließender" Radius
- Rohrdurchmesser von 25 mm wirkt insgesamt eher spärlich

Auch wenn viele Segler einen Geräteträger aus Edelstahl am Heck eines Segelschiffes nicht gerade als elegantes Accessoire bezeichnen würden, gibt es auch hier Spielraum für subjektive Empfindungen. Ein Bild zum selbstgebauten Geräteträger finden Sie im oben verlinkten "Yacht" Artikel. 

5. PREIS

 mit ca. 500€ Materialkosten ist der Eigenbau definitiv Preissieger

Zum Vergleich können wir den Markt in 3 Segmente aufteilen:

1. Eigenbau: 500€ Materialkosten, eigener Anbau (grundlegende handwerkliche Fähigkeiten vorausgesetzt)
2. Serienfertigung: 1000€ – 3000€ Anschaffungskosten, eigener Anbau (fraglich ist, ob Maße mit Voraussetzungen an Bord übereinstimmen)
3. Maßanfertigung: 4.000€ - 7.000€ Anschaffungskosten, Montage inkludiert (Preis hängt stark von den Anforderungen an den Geräteträger ab)

Geratetrager-Boot

 

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FAZIT

Die Stabilität und Beschaffenheit eines Geräteträgers spielen für die Funktionalität und Sicherheit an Bord eine große Rolle. Für das Segeln auf Binnenrevieren kann eine Konstruktion, bestehend aus V4A Rohren mit Verbindern und Beschlägen, arretiert an Heckkorb und Spiegel durchaus funktionieren und Ihren Zweck erfüllen. Im Hinblick auf Energiegewinner wie Solarpaneele eine gute Alternative. Wenn es zum Segeln auf offenen Gewässern kommt, möchten wir vom oben beschriebenen Eigenbau abraten. Eine geschweißte Konstruktion des Heckbügels ist definitiv vorzuziehen, um Kräfte im Träger und Vibrationen im Rumpf zuverlässig abzufangen. Schließlich soll die anzubringende Technik ein Plus an Komfort & Sicherheit garantieren, nicht ein zusätzliches Risiko darstellen!

ALTERNATIVEN ZUM GERÄTETRÄGER

Während das Nachrüsten eines Geräteträgers aus Edelstahl eine sehr kostenintensive Variante ist, Radar, Energiegewinner und Antennen unterzubringen, bestehen natürlich noch weitere Möglichkeiten:

Das Radarmast System, ein stabiles Rohr aus Aluminium oder Edelstahl, welches ebenfalls am Heck des Schiffes montiert wird. Um die Stabilität bei dem ca. 2,30 m hohen Mast zu gewährleisten, wird dieser meist auf Deck oder am Spiegel per U-Beschlag befestigt, mit dem Heckkorb verbunden und zur Reling abgespannt. Ausgestattet mit Halterung zur Radaraufnahme, Aufnahme für Antennen und Windgenerator sowie eine Haltevorrichtung für Solarpaneele steht der Radarmast dem Geräteträger in nichts nach.

Soll ausschließlich Radar an Bord untergebracht werden, kann es eine gute Alternative sein, das Radar, mit einer dafür vorgesehenen halbkardanischen Halterung, platzsparend am Achterstag zu befestigen. Die konventionelle Methode ist die klassische Radarhalterung am Mast, welche allerdings auch einige Nachteile mit sich bringt.

Auch für die Solarpaneele gibt es verschiedene Möglichkeiten der Anbringung. So können diese beispielsweise per Aluminium- oder Edelstahlhalterung an der Reling befestigt oder in spezieller Ausführung auf dem Kajütdach platziert werden. Weiterhin ist eine teleskopierbare Edelstahlhalterung zur Montage an Deck und Reling eine platzsparende Alternative für die Befestigung eines Solarpaneels.

Haben Sie noch Fragen zum Thema oder möchten Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen? Dann schreiben Sie’s uns direkt hier in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

 

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